1 Fragen und (neu entdeckte) Probleme der Nutztierethik

1.1 Gesellschaftliche und alltägliche Aspekte

Die Debatte um tierethische Probleme bei landwirtschaftlich genutzten Tieren muss anders geführt werden als etwa bei Wildtieren oder Haustieren, da sie einer völlig anderen gesellschaftlichen Einbettung unterliegt. Wo haben Sie zum ersten Mal Nutztiere gesehen? Im realen Leben bei der Oma? In einem Kinderbuch? Oder beim Einkaufen auf dem Cover der Bärchenwurst? Wird uns und den Kindern hier ein neutraler Blick auf diese Tiere ermöglicht? Eher nicht. In Kinderbüchern über Bauernhöfe werden schon von frühauf anthropozentrische Deutungsmuster vermittelt: Das Huhn legt das Frühstücksei, die Kuh gibt Milch für den Kakao und aus Schweinen wird Fleisch hergestellt – weil dieser Gebrauch der Tiere in Europa so gewachsen ist. In Kinderbüchern erfolgt dies zudem mit einem verklärten Blick auf die Umstände, da Schweine hier noch im Stroh und Kühe noch auf der Weide stehen und der Prozess der Schlachtung in der Regel ausgeklammert wird. Ein tierethisches Thema, was also halb so wild ist? In Deutschland haben nur noch 30% der Kühe im Milchsektor überhaupt Zugang zur Weide. Ende Mai 2023 hatte die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Greenpeace deshalb mit echten Kühen vor dem Reichstag in Berlin gegen diesen Trend und für die Förderung von Weidegang demonstriert. Die Darstellung von landwirtschaftlicher Tierhaltung in Kinderbüchern weicht stark von der Mehrheit der realen Haltungsbedingungen der Tiere ab und erzeugt so – gemeinsam mit Werbemaßnahmen für Lebensmittel – ein verzerrtes Bild, was meist zu einem fehlenden Problembewusstsein in diesem Bereich führt. Das fehlende Wissen um die biologischen Zusammenhänge dahinter, dass etwa Kühe jedes Jahr ein Kalb bekommen, um Milch zu produzieren, zieht sich oft bis ins Erwachsenenalter. Hinzu kommt fehlendes Wissen über die Fähigkeiten und Bedürfnisse von Nutztieren, die eigentlich im Biologieunterricht ab der Sekundarstufe I Raum hätten. Hunde sind etwa ähnlich intelligent wie Schweine – rechtlich sind sie allerdings bessergestellt, was Haltungsbedingungen oder Tötungsvorschriften angeht. Diese Unterscheidung wird auch Speziesismus genannt und ist Teil unserer gesellschaftlich bedingten Sozialisierung in Westeuropa – was jedoch meist eine unbewusste Wahrnehmung von Welt ist, die erst dann irritiert wird, wenn wir mit Gegenbeispielen konfrontiert sind, wie dem Essen von Hunden in asiatischen Ländern oder dem Wissen, dass Hundeverzehr in Deutschland erst seit den 1980er Jahren verboten ist und Anfang des 20. Jahrhunderts durchaus noch üblich war.

1.2 Werbung und Transparenz bei tierischen Produkten

Neben gesetzlich erlaubten verklärenden Darstellungen (Wiese, Stroh, Mühle, Lattenzaun) und Begriffen, die eine Landidylle suggerieren (Wiesenhof, Heumilch, Bergbauernmilch) mangelt es außerdem nach wie vor auf Lebensmittelverpackungen an ausreichender Kennzeichnung zu den Haltungs-, Transport- und Tötungsbedingungen, um eine mündige Verbraucherentscheidung treffen zu können. Die „neu entdeckten“ Probleme sind dabei Aspekte in der intensiven Landwirtschaft, dessen sich Verbraucher oft nicht bewusst sind, die jetzt allerdings stärker ins Bewusstsein drängen, angesichts der Debatte um höheres Tierwohl und als Begleiterscheinung in der Diskussion um tierische Produkte als Klimakiller. Zu nennen sind hier bekanntere Probleme wie der gesetzlich erlaubte Kastenstand von Schweinen, lange Transportwege lebender Tiere, zu wenig Platz in der Hühnerhaltung und rechtswidriger Umgang mit Tieren im Schlachthof, aber auch weniger bekannte Probleme, wie die Trennung von Kalb und Kuh nach der Geburt, fehlender Freigang bei 70% der Milchkühe in Deutschland, Einsatz von Hormonen aus dem Blut schwangerer südamerikanischer Pferde für deutsche konventionelle Schweinezucht und die Betäubung via CO2-Gondel, die zu massiven Erstickungsängsten bei Schweinen führt. Diese Probleme sind auf dem Endprodukt meist nicht sichtbar. Verarbeitete Bestandteile wie Ei in Kuchen, Fleisch auf Tiefkühlpizzen oder Molkepulver in Chips muss nicht nach Haltungskategorien deklariert werden. Auch die Kennzeichnungspflicht unverarbeiteter Eier über den Eicode oder das Tierwohllabel geben keine konkreten Aussagen über Platz, Besatzdichte oder Futter. Diese Informationen müssten durch weitere Recherche zur Aufschlüsselung separat eingeholt werden. Oder wissen Sie spontan, wie viel Platz ein Schwein in Haltungsform 1 hat? Ausreichend Informationen in diesem Bereich zu bekommen, bedeutet noch immer recht viel Aufwand, obwohl es sich hier um alltägliche Prozesse wie das Einkaufen bzw. Essen handelt.

1.3 Begrifflichkeiten, Labels und Nutztiere

Begriffe wie „artgerecht“ und „Tierwohl“ verkomplizieren die Debatte zum Teil. So beziehen sich Begriffe wie „artgerecht“ und „Wohlergehen“ tatsächlich auf verhaltensbiologische Aspekte, wie Nahrungs- und Ausscheidungsverhalten, Körperpflege, Ruhe, Bewegung, Nutzung der Sinnesorgane und Sozialverhalten, die Tiere aufgrund ihrer angeborenen Verhaltensrepertoires ausführen und sonst Verhaltensstörungen entwickeln, wie Federpicken bei Hühner oder Schwanzbeißen bei Schweinen bei zu reizarmer, enger Umgebung oder zu vielen Individuen einer Gruppe (Sambraus, 1998, 543-545, 548). Im Gegensatz dazu meint der Begriff „Tierwohl“, der sich auf tierischen Endprodukten findet, etwas ganz anderes. Er bezieht sich auf gesetzliche Mindeststandards und ist nicht etwa an Wohlergehenskriterien auf verhaltensbiologischer Basis oder Studienergebnissen gekoppelt, sondern er bezieht sich schlicht auf den willkürlichen gesetzlichen Mindeststandard. So ist laut Bundesinformationszentrums für Landwirtschaft der Platz für ein Schwein laut gesetzlichem Mindeststandard 0,75qm, bei Tierwohlstufe 1 liegt der Platz bei 0,9qm, bei Stufe 2 sind es 1,1qm für ein Tier und die EU-Biohaltung sieht mindestens 1,3qm plus 1qm Auslauffläche im Freien vor. Entsprechend wird das Tierwohllabel zynisch auch als Label für etwas weniger Tierleid bezeichnet.

Im Vergleich zu anderen Tiersorten wie Wild- und Haustieren ergeben sich folglich zwei weitere wichtige Aspekte, die es innerhalb des ethischen Urteilens zu beachten gilt: die gesellschaftlich geprägte anthropozentrische Wahrnehmung von „Nutz-“Tieren und die Bereitstellung von Informationen zu bzw. die kritische Wahrnehmung von tierischen Produkten angesichts der Interessen der Werbelobby.

Als Zwischenfazit wird als besondere Herausforderung für den Nutz-Tier-Bereich festgehalten:

  • Kontakt oft nur durch mediale Vermittlung wie Kinderbücher (anthropozentrische und verklärende Vorprägung seit frühester Kindheit)

  • Werbung (beschönigend, verschweigend, nach wirtschaftlichen Interessen)

  • fehlendes Wissen um konzeptuelles/ rechtliches (Haltungsbedingungen)

  • fehlendes Wissen um spezifische tierische Bedürfnisse (wühlen, scharren, Mutter-Kind-Bindung)

2 Kriterien für eine sensible Analyse von nutz-tierethischem Material

Für den Workshop im Rahmen der GwR-Jahrestagung 2023 in Halle an der Saale wurden die Kriterien aus der qualitativen Analyse der Dissertation Tierethik im christlichen Religionsunterricht – eine religionspädagogische Grundlegung und Analyse (Hoffmann, 2023, 213-219)herangezogen und auf beispielhaft ausgewählte Ethiklehrbücher angewendet. So konnte eine Zusammenschau von Best-Practice-Beispielen und ungünstigem Material aus Religions- und Ethiklehrbüchern zur Diskussion gestellt werden. Grundlage für diese Best-Practice-Kriterien sind die Schritte der ethischen Urteilsbildung nach Tödt (Tödt, 1988, 29-42) und das darauf aufbauende Oldenburger Modell (Reitschert, Langlet, Hössle, Mittelsten & Schlüter, 2007, 43-51). Tödts Schritte der ethischen Urteilsbildung umfassen das Wahrnehmen eines ethischen Problems, eine Situations-Analyse und die Beurteilung der Verhaltensoptionen, die Prüfung von Normen, Gütern und Perspektiven – etwa Schmerzfreiheit – und schließlich die Entscheidung in der Praxis. Aus diesem Komplex von Aspekten, wurden für die Analyse folgende Kriterien aufgestellt:

  1. Konzeptuell/rechtlich: Für eine Beurteilung der Situation und Verhaltensoptionen, wie dem Kauf von Alternativprodukten, ist es notwendig, Informationen zu den Haltungsformen zu haben, die rechtlich legitim sind. Hierunter fallen alle Inhalte, die Haltungsformen und Eingriffe bei Tieren illustrieren, wie das Wissen um das Kürzen der Schwänze von Schweinen, die Trennung von Kalb und Kuh nach der Geburt und die Platzverhältnisse.

  2. Biologisch: Eng damit verbunden sind biologische Aspekte. Da Tiere unter Umständen besondere Bedürfnisse und Fähigkeiten haben, ist spezifisches biologisches Wissen notwendig, wie etwas, dass Schweine und Kühe soziale Tiere sind und natürlicher Weise in Gruppen leben, Kot- und Fressplatz voneinander trennen wollen und Puten mit ihren Schnabelspitzen tasten, die ihnen ggf. entfernt werden.

  3. Philosophische & theologische Leitideen: Diese Kriterien beziehen sich auf die Normen und Güter, die als klassische ethische Betrachtungen zur Verantwortung, zum Eigenwert oder zur Schmerzfreiheit bei Hoffmann (Hoffmann, 2023, 74-152) aufgelistet werden, beispielsweise wie die Tötung von Tieren zu gewichten ist in Abwägung mit dem Wunsch des Menschen nach Fleisch- und Milchprodukten. Darüber hinaus ist hier auch Raum für theologische Einblicke, wie den Herrschaftsauftrag, das Gebot der Nächstenliebe, die Erlaubnis zum Fleischgenuss nach der Sintflut, der vegane Urzustand im Paradies und die Beziehung Gottes zu den Tieren (Hoffmann, 2023, 84-91, 131-136).

  4. psychologisch/ gesellschaftlich: Diese Kriterien werden durch das Oldenburger Modell hergeleitet, welches die Reflexion der Quellen der eigenen Einstellung, das Argumentieren und den Perspektivenwechsel zum ethischen Urteilen mit hinzuzählt. Dieses umfasst Inhalte wie eine kritische Reflexion medialer Darstellung von Tieren und ihren Produkten, das Hinterfragen gesellschaftlicher Prägungen, z.B. durch die Gegenüberstellung anderer gesellschaftlicher Prägungen, wie der Verzehr von Insekten oder Hunden in asiatischen Ländern oder die Verehrung von Kühen in Indien und damit eine Infragestellung der typisch europäischen Ordnung von Nutz- und Haustieren. Auch das kritische Infragestellen elterlicher Werte, die als Vorbilder fungieren, fällt hierunter, sowie der Perspektivenwechsel, der etwa eine Weltdeutung aus Sicht von Tieren veranschaulicht (Hoffmann, 2023, 163-168).

Zu den psychologischen Aspekten zählen auch Verstehensbarrieren, die einen emotionsbasierten Zugang zur tierethischen Thematik erschweren und emotional entlastend wirken. So wird oft eine entwertende/ legitimierende Sprache verwendet (Tiere fressen, werfen, werden geschlachtet), um die Behandlung von Tieren zu rechtfertigen. Diese Mechanismen des sogenannten Outgroup-Effekts, der von Bandura beschrieben wurde, können in allen Facetten auf den Umgang mit Tieren angewendet werden, obwohl sie eigentlich typisch für den Umgang mit unterdrückten menschlichen Gruppen waren, wie zu Zeiten der Sklaverei oder der Judenverfolgung. Das liegt daran, dass Menschen grundsätzlich nicht schlecht von sich selbst denken wollen und einen Umgang mit ihren kognitiven Dissonanzen finden müssen, und so entweder ihr Verhalten oder ihre Kognitionen ändern müssen, um das zu erreichen (Bandura, 1993, 231-234). Letztendlich ist es also psychologisch nur sinnvoll und praktisch bequem, das Nichtwissen oder eine romantisierte Vorstellung von landwirtschaftlicher Tierhaltung aufrechtzuerhalten. Ob es den aktuellen Problemen allerdings gerecht wird, ist fraglich.

3 Schulbuchanalyse

Aufgrund der Urheberrechte ist eine Abbildung des analysierten Materials leider nicht möglich. Es wird folglich eine Bildbeschreibung, Textzusammenfassung oder Zitation des Materials jeweils den Analyseergebnissen vorangestellt. Eine Unterscheidung zwischen Religions- und Ethikschulbüchern wird bei der praktischen Zusammenschau nicht vorgenommen, da besonders in praktischen Handlungsbeispielen die ethisch-religiöse Komponente in den Hintergrund tritt und allgemein ethische Ansätze zum Tragen kommen.

3. 1 Best-Practice-Beispiele aus Religions- und Ethikschulbüchern

Zu den Best-Practice-Beispielen wurde nicht nur Material gezählt, was alle vier Kriterien A) - D) vollumfänglich behandelt, sondern meist veranschaulichen die Beispiele sehr eingängig, wie eines oder mehrere der genannten Kriterien umgesetzt werden kann. In der Folge könnten verschiedene Materialien in der Praxis kombiniert werden, um alle genannten Kriterien an konkreten Beispielen auszuführen.

3.1.1 Ein artgerechter Hühnerstall mit Chicken Run

Im Kursbuch Religion 1 ist ein Bild von einem Ausschnitt aus dem Film Chicken Run zu sehen – zwei Hühner in Knetpuppenform stehen im Vordergrund, mit Halstüchern, die sich anlächeln. Die Aufgabenstellung dazu lautet: "In dem Film Chicken Run geht es um Hühner, die aus ihrer Hühnerfarm ausbrechen wollen. Entwirf einen optimalen, artgerechten Hühnerstall." (Das Kursbuch 1, Religion: Dierk, Freudenberger-Lötz & Kraft, 2015, 165). Drei Kriterien werden in dieser Aufgabenstellung bedient: (A) konzeptuell/ rechtlich wird indirekt ein konkretes Problemfeld benannt, nämlich die Artgerechtheit der Hühnerhaltung, die in konventionellen Betrieben meist nicht gegeben ist. Auch das biologische Kriterium (B) findet sich hier wieder, denn einen artgerechten Hühnerstall zu entwerfen setzt eine Recherche der Bedürfnisse von Hühnern voraus. Auch aus psychologisch/ gesellschaftlicher (D) Sicht bricht das Material mit gesellschaftlichen Konventionen, da es zwei Hühner als Persönlichkeiten darstellt, sie anhand der Bekleidung stark individualisiert werden. Entsprechend wird hier eine Verstehensbarriere aufgebrochen, die Tiere zu anonymen Teilen einer Masse macht.

Als Manko ist anzumerken, dass eine weitere Aufgabenstellung sich darauf beziehen könnte, was die Lernenden konkret in ihrem Alltag für praktische Handlungsfolgen aus den Erkenntnissen ziehen, beispielsweise Eier oder Hühnerfleisch aus nicht artgerechter Haltung zu meiden, sich an Demonstrationen zu beteiligen oder auf das Thema aufmerksam zu machen.

3.1.2 Fotopreis für die Goldene Blende

Im zweiten Beispiel wird mit dem Bild von Tommaso Ausili gearbeitet. Zu sehen sind im Hintergrund zwei an den Hinterbeinen aufgehängte und gehäutete Schafe, deren Haut noch am Kopf festhängt. Im Vordergrund stehen drei lebendige Schafe, die wie der Kameramann zu den gehäuteten Schafen schauen, also nur von hinten zu sehen sind. Die Bildbeschreibung im Lehrbuch lautet: „Der italienische Fotograf Tommaso Ausili gewann 2010 den Hauptpreis der L’Iris d’Or (Goldene Blende) der Sony World Photography Awards: Der Fotograf verfolgte den Weg lebender Tiere in den Schlachthof bis hin zu deren letzten Moment.“ Die Aufgabenstellung dazu lautet:

„2. Wie könnte die Begründung der Jury für diesen Preis lauten? Inszeniert eine Sitzung der Jury, in der sowohl Argumente gegen als auch Argumente für die Verleihung des Preises an Ausili vorgetragen werden.

3. Gib eine Empfehlung dafür, ob das Foto öffentlich ausgestellt werden sollte und warum.

4. Wenn du die Wahl gehabt hättest, hättest du das Foto sehen wollen oder lieber nicht? Begründe deine Haltung.“ (Wege – Werte – Wirklichkeiten 7/8: Michaelis & Thyen 2012, S. 128).

Auch in diesem Beispiel werden drei Kriterien für Best Practice bedient: Das konzeptuell/rechtliche (A), da hier das konkrete Problemfeld der Tötung und sogar die Umstände der Tötung bildlich veranschaulicht werden. Damit ist diese Abbildung eine der realistischsten, die sich so übrigens gar nicht in Religionslehrbüchern finden lässt (Hoffmann, 2023, 468-471)[1]. Außerdem zeigt sie eine überschaubare Anzahl von lebenden und toten Individuen (insgesamt fünf), die nur teilweise zerlegt sind, und lässt so eine bessere Wahrnehmung von Tieren als Individuen zu als etwa eine Darstellung eines Körperteils oder einer großen Masse von Tieren. Auch das Kriterium der Ethik (C) und Psychologie/ Gesellschaft (D) wird benannt, indem über den Preis und die Veröffentlichung dieses Werkes entschieden werden soll, sowie die eigene Gefühlsposition inklusive Stellungnahme zur Option des Nichtwissens wird thematisiert. Diese Aufgabenstellung beinhaltet die Möglichkeit, den gesellschaftlichen Umgang mit tierethischen Themen zu prüfen, insbesondere in Bezug auf das Problemfeld des Nicht-Wissens und Nicht-Wissen-Wollens.

Als Manko könnte angemerkt werden, dass eine Auseinandersetzung mit der Intelligenz der Tiere die Relevanz des Bildes für die Schlachtpraxis noch vertiefen könnte, sowie eine Abbildung der Tiere von vorn noch besser ihr Individuumsein eingefangen hätte.

3.1.3 Chicken Wings, Käfighaltung und artgerechtes Leben vor der Tötung

Dieses Best-Practice-Beispiel umfasst zwei Bilder mit einer Aufgabenstellung und ein weiteres im gleichen Lehrbuch etwas weiter hinten. Im ersten Aufgabenpaket ist eine Schüssel Chicken Wings mit Ketchup und auf dem anderen Bild etwa fünf dichtgedrängte Hühner in einem Käfig zu sehen. Dazu lautet die Aufgabenstellung: „1 Essen Sie Fleisch? Häufig? Haben Sie ein schlechtes Gewissen dabei? Wenn ja, warum eigentlich? Wenn nein, warum nicht? Machen Sie sich überhaupt Gedanken darüber, wie die Tiere gehalten und getötet wurden, die Sie nun essen?“ Aufgabenstellung 2: „Viele Menschen halten das Essen von Tieren für grundsätzlich moralisch akzeptabel, das Töten und Essen von Menschen aber für moralisch inakzeptabel. Wenn das so ist, dann muss es einen moralisch relevanten Unterschied zwischen Menschen und den gegessenen Tieren geben. Worin könnte dieser bestehen? Prüfen Sie alle Vorschläge kritisch, ob sie wirklich moralisch relevant sind.“ Dazu ist ein Text von Peter Singer gestellt über „Gleichheit für Tiere und Menschen“, in welcher auf die Interessen, z.B. nicht zu leiden, eingegangen wird. Hierzu finden sich folgende Aufgabenstellungen:

„3 Welcher Grundpositionen der Naturethik […] hängt Singer an?

4 Arbeiten Sie heraus, warum `Empfindungsfähigkeit die einzig vertretbare Grenze für die Rücksichtnahme auf die Interessen anderer` […] ist. Berücksichtigen Sie dabei auch Singers Ausgangsposition, den Präferenzutilitarismus […]

5 Die Interessen von Tieren gleichermaßen zu berücksichtigen bedeutet nicht zwingend, sie gleich zu behandeln […]. Finden Sie Beispiele für Situationen, in denen Singer gemäß a) ein Mensch einem Interessenkonflikt mit einem Tier bevorzugt wird, b) ein Tier in einem Interessenkonflikt mit einem Menschen bevorzugt wird.

6 Schauen Sie sich noch einmal Ihre Ergebnisse zu Aufgabe 2 an. Sind Sie vereinbar mit Singers Position? Wenn nein, werden Sie von Singers ‚Angriff‘ getroffen? Überzeugt er Sie? Revidieren Sie ggf. Ihre Vorschläge oder verteidigen Sie sie gegen Singers Position. (Denk Art, Arbeitsbuch Ethik: Althoff & Franzen, 2018, 238-239). Im zweiten Materialpaket sind etwa fünf Hühner auf einer grünen Wiese zu erkennen. Hierzu werden zwei Texte geordnet: „M1 Norbert Hoerster: Wann man Tiere töten und essen darf“ und „M2 Evelyn B. Pluhar: Warum man Tiere nicht töten darf“. Vor dem Hintergrund einer artgerechten Haltung werden die Positionen erläutert, die ein Töten von Tieren legitimieren oder nicht" (Denk Art, Arbeitsbuch Ethik: Althoff &Franzen, 2018, 240-241).

Auf diesen vier Seiten finden sich alle vier Kriterien für Best Practice im Umgang mit landwirtschaftlich genutzten Tieren. Mit der Nutzung der ersten zwei Bilder werden das Endprodukt Chicken Wings und Massentierhaltung als rechtlich erlaubt, aber moralisch fragwürdiger Umgang direkt in einen Zusammenhang gestellt und bedienen damit das konzeptuell/rechtliche Kriterium (A). Die Bilder zur unterschiedlichen Haltung der Hühner zeigen eine Gegenüberstellung artgerechter und nicht artgerechter Haltung von Hühnern und bedienen damit das Kriterium (B) der biologischen Hintergründe. Die Texte decken die philosophischen Grundpositionen (C) zum Pathozentrismus, Biozentrismus und Anthropozentrismus ab. Aufgabe 1 mit ihrer direkten Anfrage an die eigene Ernährungspraxis greift gesellschaftlich/ psychologische (D) Aspekte auf und stellt sie in Frage. Die Aufgaben 2-6 verbinden zudem philosophische Grundpositionen mit praktischen gesellschaftlichen Fragen

3.1.4 Essgewohnheiten unterschiedlicher Kulturen

Das folgende Material zeigt zwei Bilder: auf Blättern angerichtete Insekten mit folgender Bildunterschrift: „Insekten zu essen ist für Thailänder nichts Ungewöhnliches und während es vielen Ausländern […] bereits beim Anblick den Magen umdreht, sind viele Thailänder völlig wild auf frittierte Heuschrecken, Maden, Käfer und Würmer. Insekten isst man in mehr als 100 Ländern der Erde.“

Auf dem zweiten Bild ist ein zehnjähriger Junge zu sehen, der mit beiden Händen einen Fisch fest umschließt und ihm hinter den Kopf ins Fleisch beißt. Der Fisch hat sein Maul weit geöffnet. Daneben steht: „Zum Anbeißen lecker scheint der zehnjährige Julian vom Volk der Inuit den kalten, rohen Fisch zu finden, den seine Tante auf dem Eis des Polarmeeres geangelt hat.“ Folgende Aufgabenstellung findet sich zu diesem Material: „Könntest du dir vorstellen, eine thailändische Käferspezialität zu kosten oder in einen rohen Fisch zu beißen? Gehe nach der Methode ‚Gefühl benennen & beschreiben‘ vor: Stelle dir das Mahl vor und die Gefühle, die du dabei hast. Benenne sie! Beschreibe es mit Adjektiven! Nenne ein typisches Gericht deiner Region. Stelle dir vor, du servierst dem Inuit Jungen Julian oder einem thailändischen Bürger dieses Essen. Stelle Vermutungen an, wie sie darauf vielleicht reagieren könnten“ (Wege – Werte – Wirklichkeiten 5/6: Michaelis & Thyen, 2011, 133).

Dieses Material ist ein gutes Beispiel, für eine eindrückliche und praxisnahe Ausarbeitung des Kriteriums gesellschaftliche Gepflogenheiten in Frage zu stellen anhand eines Perspektivenwechsels (D). Ein Manko hierbei ist allerdings, dass es sich um Wildtiere handelt und nicht etwa um Hunde, die gegessen werden und damit nicht noch mehr Emotionen provoziert. Die Irritation über Essgewohnheiten könnte hier stattdessen noch eindrücklicher anhand eines Hundes und eines Schweines diskutiert werden.

3.1.5 Tierschutzgesetz im Widerspruch zur konventionellen Haltung von Schweinen

Die Doppelseite des nächsten Beispiels besteht aus zwei Bildern und drei Texten. Bild und zugleich M1 zeigt die sehr naturnahe bunte Zeichnung eines Schweines hinter Gitterstäben. M2 ist ein Auszug aus dem Tierschutzgesetz, der besagt, dass Tiere entsprechend ihrer Bedürfnisse gehalten und ernährt werden müssen, sowie dem Bewegungs- und Sozialverhalten gerecht zu werden. M3 ist die Beschreibung eines Tagesablaufs von Schweinen in ihrer natürlichen Umgebung, bei der auf Bewegungs-, Fress- und Sozialverhalten eingegangen wird. Auf der Folgeseite ist ein dazu passendes Bild von drei Schweinen auf einer grünen Wiese zu sehen. M4 beschreibt wiederum das Bewegungs- und Sozialverhalten von Schweinen in der konventionellen Tierhaltung und beinhaltet auch konkrete Haltungsprobleme, wie reizarme Umgebung durch Spaltenboden und Schwanzbeißen als Folge sowie den beißenden Ammoniakgeruch durch die bauliche Beschaffenheit der Ställe. Zu diesem Material werden folgende Aufgaben formuliert:

„1. Beschreibt das Bild. Welche Gefühle löst es in euch aus? -> M1

2. Versucht die Gesetzesbestimmungen in eigenen Worten wiederzugeben. -> M2

3. Wird die Art der Tierhaltung, die in M1 zu sehen ist, dem Gesetz gerecht? Begründe deine Meinung. -> M1/ M2

4. a) Notiere zu folgenden Fragen Stichpunkte:

- Wie lebt das Schwein in der Natur? Welche natürlichen Bedürfnisse hat es? Worauf müsste bei der Haltung besonders geachtet werden? -> M3

- Wie wird das Schwein in Massenbetrieben gehalten? Wie steht es dort mit den Bedürfnissen der Tiere? Wieso werden Schweine so gehalten? -> M4

b) Vergleicht beide Arten, Schweine zu halten. Fasst eure Ergebnisse in einer Tabelle zusammen. -> M3/ M4

5. Was kann man tun, um Schweine vor Qualen zu schützen? Sammelt eure Ideen und recherchiert dazu auch im Internet Informationen und Projekte zu artgerechter Haltung (z.B. den ‚Neuland-Verein‘, den der Deutsche Tierschutzbund 1988 gegründet hat). Präsentiert eure Ergebnisse -> M1-M4“ (Abenteuer Ethik 1, Thür: Sänger, 2012, 174-175).

Dieses Material bedient in sehr ausführlicher Weise die Kriterien (A), (B) und (D).

Konzeptuell/rechtlich (A)wird hier sehr umfangreich das konkrete Problemfeld der Massentierhaltung vorgestellt, der Widerspruch zum Tierschutzgesetz und einer naturnahen Haltung wird offensichtlich dargestellt. Durch die Texte und Bilder wird auch biologisches Grundwissen (B) und Probleme der Haltung ganz konkret benannt, wie es in Schulmaterialien selten zu finden ist.

Philosophisch/Theologisch (C) steht das Schmerzempfinden im Mittelpunkt, denn es wird die Art der Haltung – nicht die Legitimation der Tötung – diskutiert und das sehr ausführlich. Durch Aufgabe 1 ist Raum für die Formulierung von Gefühlen zum Thema, sowie das ganze Aufgabenpaket die gesellschaftlich (D) und rechtlich (A) akzeptierte Art der Haltung von Schweinen in Deutschland zur Diskussion stellt und zu einer Recherche von Alternativen ermuntert. Auch wird der Blick in den letzten Aufgabenstellungen in die Praxis angeregt, um das Leid von Schweinen zu vermeiden.

3.1.6 Argumentieren zum Thema tierische Lebensmittel

Im Ethikbuch Ethikos besteht der Materialtext aus einem Dialog zwischen Lernenden, die sich in der Pause über ihre Essgewohnheiten unterhalten. Es werden verschiedene Argumente angebracht für vegane, vegetarische, Bio- und konventionelle fleischhaltige Ernährung.

„Aufgaben: 1. Wäge ab, was du von Mias Meinungsäußerung gegenüber Ben hältst.

  1. Sammle Gründe, die für die verschiedenen Positionen (Veganismus, Vegetarismus, Milch- und Fleischkonsum aus artgerechter Tierhaltung) sprechen, und solche, die dagegen vorgebracht werden könnten.

  2. Nenne Argumente, die deiner Meinung nach fehlen.

  3. Verfasse eine schriftliche Argumentation, in der du am Ende zu einer eigenen Einschätzung gelangst.

2. Inszeniert ein Rollenspiel zu der beschriebenen Situation.

  1. Erstellt Rollenkarten zu den beteiligten Personen, auf denen ihr deren wichtigste Motive, Ansichten und Gründe für ihre Perspektiven festhaltet.

  2. Wiederholt die Regeln des szenischen Spiels und führt das Spiel durch. (Ethikos 8, Gym Bayern: Applis, Frank & Ulrich-Riedhammer 2021, 138)

Dieses Material legt den Schwerpunkt auf das Argumentieren nach dem Oldenburger Modell, bedient also Punkt (D) besonders gut, umfasst jedoch auch alle anderen Kriterien. (A) Konzeptuell/ rechtlich wird das Problemfeld der Massentierhaltung diskutiert mit der Aufforderung biologisches Hintergrundwissen (B) zu recherchieren für eine eigene Urteilsbildung, ebenso wie weitere ethische Argumente (C). Sowohl pathozentrische, biozentrische und anthropozentrische Argumente finden hier einen Platz. Bezogen auf die Praxis wäre hier auch das Argumentieren zu nennen.

Eine ähnliche Aufgabenstellung findet sich in einem anderen Ethikbuch. Das Material besteht aus einem Bild aus einer Hühnerhaltung mit zwei Tieren im Vordergrund und vielen Hundert im Hintergrund. Die Aufgabenstellung lautet: „Gestaltet in eurer Gruppe ein Rollenspiel mit dem Titel ‚Frühstücksei am Sonntag‘. Der Sohn oder die Tochter erklärt ihren Eltern, dass die ‚Billigeier‘ aus der Massentierhaltung kommen. Spielt die Szene in der Klasse vor.“ (Respekt 2, Arbeitsbuch für Ethik, Werte und Normen, Praktische Philosophie und LER: Brünig, 2016, 76). Dem vorausgegangen sind vertiefende Aufgabenstellungen zu biologischen Fakten (B), rechtlich/konzeptuellen (A) und auch psychologischen Aspekten (D).

3.1.7 Speziesismus anhand von Nutz- und Haustieren im Vergleich

Das nächste Material besteht aus einem Textpuzzle und zwei Bildern. Das erste Bild zeigt einen Jungen im Profil auf einer Wiese liegend, er lächelt und schaut eine junge Katze an, die auf seinem Bauch liegt. Auf dem Bild daneben sind über zehn aufgehängte Schweinehälften in einer Halle zu erkennen. Die Aufgabenstellung zu den Bildern lautet: „1. Welche Gedanken und Gefühle verbindet ihr mit diesen Fotos?“ Die Textteile umfassen eine Definition des Wortes Nutztier, dass Tiere für den Verzehr gezüchtet werden, um die Nahrungsbedürfnisse von Menschen zu bedienen und dabei oft auf engen Raum leben müssen, bevor sie geschlachtet werden. Der zweite Teil beschreibt den Umgang mit Haustieren, die als Familienmitglieder umsorgt werden und welche Tierarten das typischerweise sind. Der dritte Textteil verweist darauf, dass z.B. in China Hunde und Katze gegessen werden und als Nutztiere zählen, sowie in Indien Kühe als heilig gelten und deshalb nicht geschlachtet werden dürfen.

Mittels Aufgabe 2 wird dazu aufgefordert diese Textteile in die richtige Reihenfolge zu bringen. In Aufgabe 3 wird gefragt, warum wir zwischen Nutz- und Haustieren unterscheiden? In Aufgabe 4 wird dazu aufgefordert, herauszufinden, welche weiteren Tiere in anderen Ländern zu den Nutz- oder Haustieren gehören.“ (Respekt 1: Brünig, 2012, 80)

Das Material greift das Problemfeld der Massentierhaltung im Kontrast zur Haltung von Haustieren auf (A), es verweist auf das unterschiedliche Eingehen auf natürliche Bedürfnisse (B) da Haustiere mit ihrem „Wohl und Wehe“ umsorgt werden, Nutztieren aber nicht einmal ausreichend Platz zugestanden wird. Aus philosophischer Perspektive (C) wird hier der Speziesismus anhand zwei konkreter Beispiele beleuchtet durch die Aufgaben 1-4. Aus Gesellschaftlich/ psychologischer Sicht (D) wird ein Perspektivenwechsel durch den Vergleich zu anderen Kulturen angeregt und die eigene gesellschaftliche Prägung kann so besser als willkürlich herausgearbeitet werden.

Ein Manko ist allerdings die Oberflächlichkeit bezüglich emotionaler Betroffenheit (D), da nicht zwei konkrete Tiere wie Katze und Schwein gegenüberstellt werden und auch, dass ein praktisches Fazit und Handlungsmöglichkeiten für den Alltag fehlen.

3.1.8 Nutztierethik und Artgerechtheit in einem Biologiebuch

Dass nutztier-ethische Themen in Biologielehrbüchern Platz eingeräumt wird, kann nur als Desiderat vermutet werden. Eine entsprechend qualitative und quantitative Analyse wäre wünschenswert. Ein – wenn auch inhaltlich recht schmales – Beispiel soll hier vorgestellt werden.

Innerhalb des Kapitels von ökologischer Landwirtschaft ist ein Absatz zu ökologischer Tierhaltung eingefügt, deren tierethische Argumente mit umweltethischen gemeinsam aufgeführt werden. Folgende tierethische Fakten werden zur konventionellen Tierhaltung genannt: Konzentration auf wenige Arten, ganzjährige Stallhaltung, maschinelle Fütterung, nicht artgerechte Haltung, Begünstigung von Krankheiten. Zu ökologischer Landwirtschaft wird erläutert: artgerechte Haltung, Verbot von Käfighaltung von Hühnern, Stroh als Einstreu, Auslauf und natürliches Tageslicht, keine Antibiotika und Hormonpräparate. Die knappe Aufgabe dazu lautet: „1 Vergleiche industrielle und ökologische Landwirtschaft miteinander.“ (Netzwerk Biologie 9/10 Thüringen: Starke, 2005, 98-99).

Dieses Material thematisiert das konkrete Problemfeld Massentierhaltung (A) als gesetzlich legitimer Umgang mit Tieren, bringt biologisches Hintergrundwissen (B) von konventioneller im Kontrast zur ökologischen Haltung ein, darüber hinaus jedoch nicht mehr. So bleibt ein größeres Manko ein eingehenderer ethischer Bezug, wie eigene Stellungnahme, Beleuchtung, warum artgerechte Haltung die „bessere“ wäre und das Material versäumt es auch, Bezüge bzw. Aufgaben zu stellen mit einer Vertiefung auf angeborenes Verhalten und Verhaltensstörungen und Struktur- und Funktionszusammenhänge, was im Biologiecurriculum einen festen Platz hat.

3.2 problematisches Material aus Religions- und Ethikschulbüchern

Das als problematisch gekennzeichnete Material zeichnet sich dadurch aus, dass es die erarbeiteten Kriterien konkret verletzt und Verstehensbarrieren zementiert. Darüber hinaus ist das spärliche Vorkommen von tierethischem Material im landwirtschaftlichen Bereich als nicht zeitgemäß zu beurteilen (Hoffmann, 2023, 498-511).

3.2.1 Thema Würde am Beispiel gefälliger Tiersorten

Als problematisches Material können entsprechend Inhalte eingestuft werden, die gesellschaftliche bzw. kulturelle und psychologische Barrieren noch zementieren, wie beispielsweise in einem Ethiklehrbuch zum Thema Würde und dem Tierschutzbegriff. Der Würdebegriff wird hier mit dem Bildmaterial einer Giraffe kombiniert. Zu sehen ist eine Giraffe in einem sterilen Gehege ohne Einstreu mit einem aufgemalten Hintergrund mit dem Verweis: „Zoologischer Garten Washington DC IV (1992)“. (Wege, Werte, Wirklichkeiten 7/8: Michaelis &Thyen, 2012, 90-91).

Auch wenn es sich nicht um ein Nutztier handelt, zeigt es doch das Problem, Begriffe wie Würde an gefälligen, schönen Tiersorten auszuführen, die noch dazu kein Umdenken im alltäglichen praktischen Handeln wie der Ernährung erfordern, sondern sich auf spezielle Events wie Zoobesuche beschränken, die keine alltägliche Routine tangiert.

3.2.2 Kritisch-religiöse Sicht auf Tiertötung am Beispiel gefälliger Tiersorten

Ähnlich kritisch ist ein Beispiel aus einem Lehrerhandbuch für evangelische Religion zu sehen. Hier betet eine Robbenmutter „Wehret der Abschlachtung unserer Kinder. Sie sind von Gott gesegnet. (1. Mose 1,20-22)“ (Lehrerhandbuch 1: Herrgesell, Kadan, Miklas & Schelander, 2002, 70)

Die Haltung und Tötung von exotischen Tieren wird hier genutzt, um einen artgerechteren Umgang bzw. ein Tötungsverbot von Tieren zu diskutieren, die jedoch entweder nicht im täglichen Umgang mit Menschen relevant bzw. nicht im europäischen Kulturkreis verhaftet sind. Diese Art der Kritik führt nicht zu einem kritischen Denken und Bewusstmachung eigener Werte, sondern läuft sogar Gefahr, andere Kulturen zu stigmatisieren und nicht die Parallelen zu eigenen kritisch zu betrachtenden Gepflogenheiten zu entdecken. Gesellschaftskritischer wäre es, eben jene Kritik an der Tötung von Tierkindern ins europäische Setting zu verlegen und z.B. einer Schweinemutter das Wort zu erteilen, die nicht möchte, dass ihre Kinder getötet werden, obwohl es rechtlich erlaubt ist.

3.3 Bildvergleich Nutztiere und Haustiere

Die ausführliche Gegenüberstellung an bildlichen Abbildungen ist bei Hoffmann nachzulesen (Hoffmann, 2023, 467-471). Für Ethiklehrbücher erfolgte keine umfassende Untersuchung wie die der Religionsbücher in der Dissertation von Hoffmann (50 Bücher), jedoch zeigten sich bereits im Rahmen einer stichprobenhaften Sichtung von Ethikbüchern (7) andere Bildtypen. Eine kriteriengeleitete umfassendere vergleichende Betrachtung, auch in der Zusammenschau mit Biologiebüchern würde sicherlich eine spannende Forschungsfrage darstellen.

Auffällig bei der Analyse von Religionsbüchern ist, dass bestimmte Darstellungsarten mit Tiersorten korrelieren. So sind bei der Tiersorte Haustiere folgende Bildtypen erkennbar:

  • einzelne Darstellung eines Tieres, wie die eines Hundes, der über einen Weg auf die Kamera zuläuft (Fotografie aus Spuren lesen 1./2.: Altrock, Hoppe-Engbring &Freudenberger-Lötz, 2010, 14).

  • Ein weiterer Bildtyp ist die Darstellung eines Kindes gemeinsam mit einem Haustier, ggf. mit engem Körperkontakt. Auf dem Beispielbild aus Spuren lesen lächelt ein Kind im Grundschulalter frontal in die Kamera und hat seinen Kopf an den eines Hundes gelehnt, der ebenfalls frontal in die Kamera schaut (Fotografie aus Spuren lesen 3./4.: Freudenberger-Lötz, Altrock, Itze, Moers, Müller-Friese & Zeeh-Silva, 2011, 49).

  • Ein dritter Bildtyp ist die Darstellung von Kindern gemeinsam mit einem Tier und der Emotion der Trauer. Im konkreten Beispiel ist ein Mädchen mit einer toten Katze auf dem Arm zu erkennen, welches traurig schaut. Ein Junge steht daneben und legt seine Hand in Trauer ans Gesicht. (Zeichnung ausFragen, suchen, entdecken 1: Ort & Rendle 2013, 20).

Ganz andere Bildtypen lassen sich im Bereich der Nutztiere ausmachen:

  • So werden diese Tiere in großen Massen dargestellt, sodass nicht ersichtlich ist, dass sich die Tiere unterscheiden, bzw. einzelne Individuen sind, wie am Beispiel des Kursbuches, der einen Ausschnitt aus dem Film We feed the world zeigt, in dem eine Masse von Hühnerküken auf einem Stallboden gezeigt wird (Foto aus Das Kursbuch Religion 2: Dierk, Freudenberger-Lötz, Landgraf & Rupp, 2016, 165).

  • Ein zweiter Bildtyp ist die gezeichnete Darstellung von Tieren ohne Menschen, wie im Beispiel eines Comics, in dem ein Vogel ein Schwein fragt, was für es die wichtigste Erfindung sei, und das Schwein mit dem Wort „Tofu“ antwortet“ (Zeichnung aus Das Kursbuch Religion 2: Dierk, Freudenberger-Lötz, Landgraf & Rupp, 2016, 172).

  • Ein dritter Bildtyp ist die Darstellung von zerlegten Tieren, im Beispielfall in Form eines Ölgemäldes, was einen ausgeweideten Ochsen zeigt, der an beiden Hinterbeinen aufgehangen ist. Nur der leere Torso ist zu erkennen, die Hufe und der Kopf sind bereits abgetrennt (Foto von Ölbild aus Leben, Glauben, Lernen: Eckensperger, Heimlich-Dohnal, Kucera, Mayerhofer & Ruthofer, 2006, 172).

  • Ein vierter Bildtyp stellt ein Kind gemeinsam mit einem Nutztier dar – im Beispielbild eine Kuh – beide schauen sich an. Die Kuh schaut in die Kamera, vom Kind ist nur der Hinterkopf zu sehen. Die Emotion des Kindes ist entsprechend nicht zu erkennen. Ein Stacheldrahtzaun trennt beide. (Foto aus Blickpunkt, Religion und Kultur 1: Gebs, Abo Youssef, Oelkers, Gründisch, González, Pfeiffer & Schmid, 2013, 118).

  • Ein fünfter Bildtyp zum Thema Nutztiere stellt diese gar nicht dar, sondern Menschen, die sich über dieses Thema austauschen. Zu sehen sind lächelnde Kinder, die ihre verschiedenen Ernährungsgewohnheiten aufzählen (Zeichnung aus fragen und antworten, suchen und finden: Heykman, Jäggle, Kurz, Langer, Rothgangel & Schimak, 2016, 12-13).

Für Religionsschulbücher fällt das Fazit entsprechend folgendermaßen aus: Zum einen bilden diese Darstellungen eine gesellschaftskonforme Interaktion von Menschen und Tieren ab, lassen jedoch emotionsauslösende Darstellungen im Kontext der Nutztiere weg bzw. verfremden sie (tote Tiere ohne Kopf, keine Aufnahme von einzelnen Individuen) oder stellen sie nur in Gruppen dar, meist ohne die Möglichkeit, ein konkretes Individuum ausmachen zu können.

Stattdessen sind Haustiere allein oder im engen Kontakt mit Menschen dargestellt, die dazu anregen, positive oder auch negative Emotionen zu wecken. Diese Darstellungen mögen gesellschaftskonform sein und den Umgang mit den Tiersorten entsprechend realistisch abbilden, jedoch zementieren sie auch durch die Art der Fotoaufnahmen bzw. Bildausschnitte genannte psychologische Barrieren, die ein Auslösen von Emotionen bei Leiden von Nutztieren verhindert, bzw. wird auch verhindert, dass Nutztiere als Individuen wahrgenommen werden. Dies wäre insofern nicht so kritisch zu sehen, wenn genau dieser Effekt hinterfragt wird. Die Aufnahme aus dem Film We feed the World bietet sich dazu sehr gut an, da Tiere hier als Massenwahre sehr eindrücklich dargestellt werden.

Für Ethikbücher lassen sich folgende Bildtypen unterscheiden:

  • Bildtyp Ethik 1: Lebende und tote, wenig zerlegte Tiere auf einem Bild (Foto aus Wege – Werte – Wirklichkeiten 7/8: Michaelis & Thyen, 2012, 128), (Schweine, inkl. Kopf, ohne Innereien, aufgehangen, Foto aus Respekt 1: Brünig, 2017, 80).

  • Bildtyp Ethik 2: Darstellung einzelner weniger Individuen in konventioneller Tierhaltung, Freilandhaltung von Hühnern/ Schweinen (in Verbindung mit dem Endprodukt Chicken Wings) (Fotos aus Denk Art, Arbeitsbuch Ethik: Althoff &Franzen, 2018, 238-239, 240-241).

  • Bildtyp Ethik 3: ein (lebendes) Tier, welches von einem Menschen gegessen wird (der Inuitjunge Julian isst einen Fisch (Foto aus Wege – Werte – Wirklichkeiten 5/6: Michaelis &Thyen, 2011, 133).

Für den Bereich Ethik ist insgesamt ein positiveres, weil kritischeres Fazit in der Bildauswahl zu ziehen, da hier keine so starke Abschwächung negativer Darstellungen zu erkennen ist. Tote Tiere aus dem Bereich der Landwirtschaft besitzen zum Teil noch Merkmale, die sie als Individuen kennzeichnen (Kopf, Hufe), der Schritt lebendiger Tiere hin zum Produkt wird eindrücklich in Szene gesetzt (Foto im Schlachthof, Fotokombination mit Endprodukt Chicken Nuggets). Auch werden im sehr auffälligen Kontrast zu den Religionsschulbüchern bei Darstellungen aus der konventionellen Tierhaltung immer auch einzelne Tiere von der Kamera erfasst, sodass das Individuum sichtbar bleibt. Auch Bildtyp 3, der die Tötung und den Verzehr eines Tieres direkt zeigt, lässt sehr eindrücklich Raum für Emotionen.

4 Fragen zur Diskussion in fachdidaktischen Veranstaltungen und Fortbildungen für den Ethik- und Religionsunterricht

Fragen, die während des Workshops zur GwR-Tagug in Halle zur Diskussion gestellt wurden und auch für die Arbeit in fachdidaktischen Veranstaltungen und Fortbildungen für den Ethik- und Religionsunterricht geeignet sind, bezogen sich zum einen auf die vier Kriterienkomplexe an sich, mit denen Hoffmann in ihrer Dissertation gearbeitet hat. Die erste Frage war entsprechend: Gibt es Kriterien, die grundsätzlich kritisch betrachtet werden? Sind noch weitere zu ergänzen, um Material für landwirtschaftlich genutzte Tiere als Best-Practice-Material zu beurteilen? Die zweite Frage lautete: Wie könnte ein sinnvoller Spagat aussehen, um die Problematik möglichst realistisch abzubilden, keine Abwendung durch Schockwirkung zu provozieren und dennoch auch gefühlsbetonte Hinwendung zum sonst anonymisierten Individuum zu ermöglichen?

Mit dem in beiden Fragen angesprochenen Dilemma gehen Ethikschulbücher offener um als Religionsschulbücher, sie lassen zum einen mehr Raum für realistische Abbildungen aber auch für eine daraus folgende emotionale Auseinandersetzung.

Eine dritte Frage, die in fachdidaktischen Veranstaltungen und Fortbildungen diskutiert werden kann, bezieht sich auf den Zeitpunkt nutz-tierethischer Fragen im schulischen Curriculum: Erst mit der Pubertät lösen sich die meisten Heranwachsenden von den im Elternhaus gelebten Einstellungen und entwickeln eigene. Nutztierethik wird zunehmend in der weiterführenden Schule thematisiert. Sollte dennoch eine frühere Thematisierung von nutztierethischen Fragen an Heranwachsende herangetragen werden, da Werbung und die Produkte auch schon in frühester Kindheit konsumiert werden und so zu einer bestimmten Prägung führen?

Frage vier bezieht sich schließlich auf die Notwendigkeit fächerübergreifenden Arbeitens: Aufgrund der komplexen biologischen Aspekte (CO2-Betäubung, Gruppengröße bei Hühnern, Pferdehormone für Schweine) – wie könnte da ein fächerübergreifendes Arbeiten mit dem Biologieunterricht erfolgen, um biologisches Grundwissen in den Prozess des ethischen Urteilens im Religions- und Ethikunterricht sinnvoll einzubinden?

Literaturverzeichnis

Bandura, A. (1993). Mechanismen moralischer Selbstentlastung, In: Günter Schreiner (Hg.) Moralische Entwicklung und Erziehung, Aachen: Hahner-Verlag, 231-234 (Outgroup-Effekt).

Hoffmann, J. (2023). Tierethik im christlichen Religionsunterricht, Eine religionspädagogische Grundlegung und Analyse, Wien: Lit. Verlag.

Reitschert, K., Langlet, J., Hössle, C., Mittelsten Scheid, N. & Schlüter, K. (2007). Dimensionen von Bewertungskompetenz. Mathematisch naturwissenschaftlicher Unterricht 60 (1), 43-51.

Sambraus, H. H. (1998). Tierhaltung. In W. Korff, L. Beck & Paul Mikat (Hg.) Lexikon der Bioethik, Pe-Z, 543-545, 548 (Artgerechtheit/ Wohlergehenskriterien)

Tödt, H. E. (1988). Perspektiven theologischer Ethik, München: Kaiser u.a.

Schulbücher ev./kath. Religion

Altrock, U. von, Hoppe-Engbring, Y. & Freudenberger-Lötz, P. (Hg.) (2010). Spuren lesen. Religionsbuch für das 1./2. Schuljahr [Grundschule]. Braunschweig & Stuttgart: Diesterweg & Calwer.

Dierk, H., Freudenberger-Lötz, P. & Kraft, G. (Hg.) (2015). Das Kursbuch Religion 1, Arbeitsbuch für den Religionsunterricht im 5./6. Schuljahr. Braunschweig & Stuttgart: Diesterweg & Calwer.

Dierk, H., Freudenberger-Lötz, P., Landgraf, M. & Rupp, H. (Hg.) (2016). Das Kursbuch Religion 2, Arbeitsbuch für den Religionsunterricht im 7./8. Schuljahr. Braunschweig & Stuttgart: Diesterweg & Calwer.

Eckensperger, W., Heimlich-Dohnal, U., Kucera, A., Mayerhofer, E. & Ruthofer, A. (Hg.) (2006). Leben – Glauben – Lernen 1. AHS 5. Interdiözesaner Katechetischer Fonds. Klagenfurt: Hermagoras.

Freudenberger-Lötz, P., Altrock, U. von, Itze, U., Moers, E., Müller-Friese, A. & Zeeh-Silva, B. (Hg.) (2011). Spuren lesen. Religionsbuch für das 3./4. Schuljahr. Unter Mitarbeit von Yvonne Hoppe-Engbring [Grundschule]. Braunschweig & Stuttgart: Diesterweg & Calwer.

Gebs, B., Abo Youssef, H., Oelkers, J., Gründisch, J., González, M., Pfeiffer, M. & Schmid, K. (Hg.) (2013). Blickpunkt – Religion und Kultur 1. Unterstufe. Interkantonale Lehrmittelzentrale; Pädagogische Hochschule Zürich. 2. Aufl. 3 Bände. Zürich: Lehrmittelverl. Zürich.

Herrgesell, G., Kadan, R., Miklas, H., Schelander, R. (Hg.) (2002a). Lehrerhandbuch 1. zum Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht an Hauptschulen und an der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen, Unterrichtsentwürfe und Vorschläge (Sekundarstufe I). 4 Bände. Wien: Evangelischer Presseverband in Österreich.

Heykman, P. A. J., Jäggle, M., Kurz, L., Langer, M., Rothgangel, M. & Schimak, B. (Hg.) (2016). fragen und antworten, suchen und finden, Religionsbuch 2. Interdiözesaner Katechetischer Fonds. 3 Bände. Wien: Hermagoras; Niederösterreichisches Pressehaus St. Martin: Tyrola.

Ort, B. & Rendle, L. (Hg.) (2013a). Fragen – suchen – entdecken 1. Religion in der Grundschule. Unter Mitarbeit von Gabriele Hafermaas. 5. Auflage. 4 Bände. München & Stuttgart: Kösel Verlag & Ernst Klett Verlag.

Schulbücher Ethik

Althoff, M. & Franzen, H. (Hg.), erarbeitet von Althoff, M., Franzen, H., Rauer, St. & Senger, N. (2018). Denk Art, Arbeitsbuch, Ethik für die gymnasiale Oberstufe, Schönigh Westermann.

Applis, St., Frank, A. & Ulrich-Riedhammer, M. (Hg.), verfasst von Applis, St., Frank, A., Goller-Kliem, S., Metzger, St., Michaelis, Chr., Schimschal, Th., Stöcklein, S. & Thyen, A. (2021). Ethikos 8, Gym Bayern, Berlin: Cornelsen.

Brünig, B. (Hg.) erarbeitet von Brünig, B., Hausheer, A., Hutmacher, A. & Käss, I. (2012). Respekt 1, Arbeitsbuch für Ethik, Werte und Normen, Praktische Philosophie und LER. Berlin: Cornelsen.

Brünig, B. (Hg.) erarbeitet von Brünig, B., Hausheer, A., Hutmacher, A., Lenz, P. & Shmirr, M. (2016). Respekt 2, Arbeitsbuch für Ethik, Werte und Normen, Praktische Philosophie und LER. Berlin: Cornelsen.

Michaelis, Chr., Thyen, A. (Hg.), verfasst von Arnold, D., Buchholz, B., Harnisch, G., Kemmerzell, A., Krack, S., Michaelis, Chr., Schimschal, Th., Thyen, A., Wagner, U. & Warmbold, T. (2011). Wege – Werte – Wirklichkeiten 5/6, München: Oldenbourg.

Michaelis, Chr., Thyen, A. (Hg.) verfasst von Arnold, D., Haag, F., Harnisch, G., Kayser, I., Kemmerzell, A., Michaelis, Chr., Rogage, R., Schimschal, Th., Thyen, A., Wagner, U. & Warmbold, T. (2012). Wege – Werte – Wirklichkeiten 7/8. München: Oldenbourg.

Sänger, M. (Hg.) bearbeitet von Land, J., Reinecke, N., Rolf, B. Sandbrink, R., Sänger, M. & Willems, E. (2012). Abenteuer Ethik 1 Thüringen für die Jahrgangsstufe 5/6. Bamberg: Buchner.

Schulbuch Biologie

Starke, A. (Hg.) (2005). Netzwerk Biologie 9/10 Thüringen, Braunschweig: Schroedel.

 

Janine Hoffmann hat ev. Religionslehre, Biologie und Deutsch auf Gymnasiallehramt studiert, wurde in Theologie promoviert und arbeitet derzeit als Pädagogin für den Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda und bietet Fortbildungen im Bereich chtistliche Tierethik und Schöpfungsbewahrung an.

 

  1. In der qualitativen Untersuchung von 50 Schulbüchern weist Hoffmann darauf hin, dass die Thematisierung von Tiertötung meist nur indirekt erfolgt, indem über sie gesprochen wird, jedoch keine oder selten Bilder aus dem Prozess des Schlachtens abgebildet werden und wenn, dann nur verfremdet (Ölgemälde Ochse).